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Warum Wieso Weshalb

Musik und Sport - wie kommt man zu der Kombination?

Generell werde ich bei beiden Sachen erst einmal gefragt: "Und was macht man dann damit?" - die erste Gemeinsamkeit sozusagen!

Tja, was macht man damit... im Grunde dachte ich während meines Klavierstudiums, dass ich sowieso noch was "ernsthaftes" im Anschluss studieren würde... Mit einem Bankkaufmann als Vater und einer Versicherungsfachangestellten als Mutter glich das Klavierstudium quasi erst einmal einer kleinen Mini-Revolution. Was als "ernsthaft" anzusehen war war ebenfalls klar. 

Aber fangen wir einmal von vorne an.

 

Geboren wurde ich nicht nur in eine Familie mit sinnvollen und sicheren Berufen, nein, meine Eltern waren auch leidenschaftliche Sportler. Dumm nur, dass ich mit sogenannten "pes equinovarus" also Klumpfüßen beidseitig (beidseitig ist schon selten, aber in der Ausprägung quasi ein Sechser im Lotto) geboren wurde.

Also wars nichts mit den gewünschten und erhofften zukünftigen Sporthobbys (von der zukünftigen Studienwahl wusste man ja - Gott bewahre- noch nichts). 

Im Nachhinein kann ich sie sehr gut verstehen - als Elternteil wünscht man seinen Kindern natürlich, dass sie genauso viel Glück und Kraft aus seinem eigenen Hobby herausziehen können als man selbst. Als Kind jedoch war mir der Sport erst mal herzlich egal und sogar teilweise durch die dauernden Schmerzen verhasst.

 

Als ich mit drei Jahren das erste Mal einen Trompeter im Fernsehen gesehen habe (meine frühestes Kindheitserinnerung, vermutlich war das silbern glänzende Instrument nicht von Nachteil) war klar, dass ich Musik machen wollte... Am Besten nicht nur Trompete, sondern auch Schlagzeug, Harfe. und Cello. Alles gleichzeitig versteht sich. 

Meine Mutter kam dem Wunsch nach und kaufte mir erst ein Xylophon (DER Schlagzeugersatz) und anschließend mit 5 Jahren eine Blockflöte... die Freude war selbstverständlich erst einmal riesig. So eine Blockflöte ist natürlich um Klassen besser als ein Schlagzeug ;) 

Später jedoch kam noch das Klavier hinzu (war nunmal im Haus) und die Geige (einen Cellolehrer gab es in der Kleinstadt nicht). Nunja, obwohl die Lieblingsinstrumente erst einmal nicht dabei waren wuchs die Liebe zur Musik stetig und endete schließlich mit 18 Jahren im Klavierstudium.

Da ich generell weder ein Freund von halben Sachen noch von halbherzigem Tun bin, habe ich mein Studium natürlich sehr ernst genommen und nach kürzester Zeit zu intensiven Übens eine Muskelhautentzündung an der Wirbelsäule bekommen, die in die Rippen hineinzog. 

Der überaus verständnisvolle  (nicht!) Orthopäde erzählte mir dann in einem äußerst langen (30 Sekunden andauernden) Patientengespräch, dass ich entweder anfangen solle, regelmäßig zu joggen oder besser gleich das Studium wechseln sollte, verschrieb mir Ibuprofen und verabschiedete sich.

So begann mit 18. nun doch noch meine Liebe (anfangs natürlich eher Kampfesgleich) zum Sport. 

 

Obwohl meine Füße sehr gut gewachsen sind und man die früheren Fehlstellungen fast nicht mehr sah, war der Anfang, der sich über 6 Monate hinzog, sehr schmerzhaft und anstrengend. 

Gesteigert habe ich das Training vom schnellen Laufen zum Joggen - immer 2-3 Minuten pro Woche mehr. Nach einem Jahr und 30 Minuten andauerndem Joggen kam langsam auch Krafttraining dazu, später unterschiedliche Kurse und das Interesse an Yoga.

Innerhalb von 4 Jahren lag mein Sportpensum bei 3 Einheiten die Woche mit zusätzlichen Ausdauerteilen.

Nach 6 Jahren konnte ich das erste Mal schmerzfrei über längere Zeit auch über Beton joggen, absolvierte Intervalltraining, versuchte andere Sportarten und machte mich an das Homeworkout. 

Nach 8 Jahren war ich bei 6 Trainingseinheiten angelangt und befand mich in der Halbmarathonvorbereitung!

Ich hatte so viel Spaß am Sport entwickelt, dass ich zusätzlich Musikphysiologie als Zertifikationskurs in Berlin/ Hannover dazustudierte. Ich baute Bewegungseinheiten in meine Klavierstunden ein, nervte meine Schüler mit Übungen, Trianingsutensilien und Sportvorschlägen, absolvierte die Psychomotorikerausbildung und gab Musikkurse mit hohem Bewegunsanteil. 

Und dann? 

Ja und dann wurde ich schwanger. ;) 

Mehr im nächsten Blog!